1992: Schwarz auf Weiß

In diesem Jahr spiele ich den bösen Mäuserich Kallawas in Kishons Stück „Schwarz auf Weiß“. Weil seine Schwester Knuspi sich als weiße Maus in einen „Grauen“ verliebt, geht er mit seinem Bruder Kuki zum „Herrn des Hauses“, um ihn zu fragen, ob das so gewollt sei, dass weiße und graue Mäuse sich lieben dürfen, und dann ist der „Herr des Hauses“ … ein Schwarzer.

1989: Durchreise

Da ist sie: Meine erste Rolle. Die Amateurbühne Boxberg spielt „Durchreise“ von Curth Flatow und hat, wie viele andere Bühnen auch, chronischen Männermangel. Also steig ich ein. Allerdings ist bis etwa 2 Monate vor Aufführung noch nicht klar, welche Rolle ich spielen soll. Eine Nebenrolle mit etwa 5 Einsätzen, die lediglich im Vorspiel aktiv ist oder Ernst Fiedler, ein Mitglied der NSDAP, der als Chefeinkäufer seine ehemaligen Chefs der Partei ausliefert. Diese zweite Rolle wird es dann, und ich kann gleich erleben, wie es ist, in eine andere Haut bzw. in eine braune Uniform mit dem Hakenkreuz am Arm, zu schlüpfen.

1988: Der Funke springt über

Durch meinen Vater komme ich (wieder) zum Theater. Er spielt bei der Amateurbühne Boxberg und nimmt mich zu einer Vorstellung von „Pygmalion“ (Theaterversion des Musicals „My fair Lady“) mit. Eine Bekannte aus der Schule spielt die Rolle der Elisa Doolittle. Ich bin fasziniert davon, wie sie sich in die Rolle hineinversetzen kann. Wie man anscheinend auf der Bühne in die Haut eines Anderen schlüpfen kann. Eigentlich traue ich mir selbst das nicht zu, aber trotzdem sage ich zu meinem Vater, dass ich auch einmal probieren möchte, Theater zu spielen, sofern eine kleine Männerrolle nicht anderweitig besetzt werden kann.

ca. 1975: So fing es bei mir mit dem Theater an

 

Neben einer „stummen“ Rolle als Hirte beim weihnachtlichen Krippenspiel, soll ich auch einen „stummen“ Soldaten bei der Aufführung von „Dornröschen“ mit unserer Kinderschar-Gruppe spielen. Eine Woche vor der Premiere bricht sich der Darsteller des „Kanzlers“ das Bein und ich soll einspringen. Das ist meine erste (unverhoffte) Sprechrolle. Der Zauber des Theaters springt allerdings noch nicht auf mich über und so dauert es noch eine ganze Zeit, bis ich wieder mit dem Theater in Berührung komme.